Gültig am:
Publiziert am: 15.03.2018

Reisehinweise für Ruanda

Diese Reisehinweise entsprechen der aktuellen Lagebeurteilung des EDA. Sie werden laufend überprüft und bei Bedarf angepasst.
Beachten Sie auch die nebenstehenden länderunabhängigen Reiseinformationen und die Fokus-Themen; sie sind Bestandteil dieser Reisehinweise.

Grundsätzliche Einschätzung

Die politische Lage in Ruanda kann als relativ stabil bezeichnet werden, dennoch können gewisse politische Spannungen nicht ausgeschlossen werden.

Das Risiko von terroristischen Anschlägen kann auch in Ruanda nicht ausgeschlossen werden.
Die Rubrik Terrorismus und Entführungen macht auf die Risiken des Terrorismus aufmerksam.
Terrorismus und Entführungen

Informieren Sie sich vor und während der Reise in den Medien über die aktuelle Sicherheitslage. Lassen Sie Vorsicht walten. Meiden Sie Kundgebungen und grosse Menschenansammlungen jeder Art, denn Ausschreitungen können nicht ausgeschlossen werden.

Spezifische regionale Risiken

Bei der Beschreibung von Gefahrenzonen handelt es sich um ungefähre Angaben; Risiken lassen sich nicht auf exakt umrissene Gebiete einschränken.

Grenzregionen zur Demokratischen Republik Kongo (Kinshasa) und Burundi: Es besteht die Gefahr von Überfällen durch bewaffnete Banden aus den beiden Nachbarländern. Die Eskalation der Gewalt im Osten der Demokratischen Republik Kongo (Provinzen Nord- und Südkivu) wirkt sich seit Herbst 2012 auch auf das Grenzgebiet zu Ruanda aus. Granaten werden zeitweise bis in ruandische Gebiete geschossen. Lassen Sie in diesen Regionen grosse Vorsicht walten. Erkundigen Sie sich vor Ort bei den lokalen Behörden über die Entwicklung der Sicherheitslage und befolgen Sie die Empfehlungen der lokalen Reiseleitung oder einer lokalen Vertrauensperson.

Nationalparks: Besuchen Sie die Nationalparks ausschliesslich in organisierten Touren und in Begleitung von vertrauenswürdigen lokalen Reiseführern. Vergewissern Sie sich bei Besuchen der Nationalparks im kongolesischen und burundischen Grenzgebiet, dass der Reiseführer die Sicherheitslage mit den lokalen Behörden abgeklärt hat.

Flüchtlingslager: Flüchtlingslager dürfen nur mit einer Bewilligung der ruandischen Behörden besucht werden. Am 22. Februar 2018 wurden im Distrikt Karongi bei gewaltsamen. Zusammenstössen zwischen den Sicherheitskräften und protestierenden Flüchtlingen mehrere Personen getötet oder verletzt.

Kriminalität

Gewaltkriminalität ist eher selten. Hingegen wird vor allem in den Städten eine Zunahme der Kleinkriminalität (Taschen- und Entreissdiebstähle) beobachtet. Beachten Sie die üblichen Vorsichtsmassnahmen und gehen Sie nachts nicht zu Fuss aus.

Verkehr und Infrastruktur

Die Hauptstrassen sind in relativ gutem Zustand. Ein erhebliches Unfallrisiko bilden jedoch die zahlreichen Fussgänger, insbesondere Kinder, entlang den Strassen sowie streunendes Vieh und das undisziplinierte Verhalten vieler Verkehrsteilnehmer (Missachtung der Verkehrsregeln, abruptes Anhalten auf der Fahrbahn usw.). Von nächtlichen Überlandfahrten wird deshalb abgeraten. Nicht asphaltierte Strassen sind während den Regenzeiten (März bis Mai und September bis Dezember) oft nur mit Geländefahrzeugen befahrbar.

Besondere rechtliche Bestimmungen

Der Besitz und die Benützung von Plastiktaschen wird mit Geldbussen bestraft. Es ist verboten, militärische Einrichtungen und Regierungsgebäude zu fotografieren. Vergehen gegen das Betäubungsmittelgesetz werden mit mehrjährigen Gefängnisstrafen geahndet. Aussereheliche Beziehungen sind strafbar. Die Haftbedingungen sind prekär (überfüllte Gefängnisse, mangelhafte Hygiene und medizinische Versorgung etc.).

Kulturelle Besonderheiten

Passen Sie Ihr Verhalten den lokalen Gepflogenheiten an und kleiden Sie sich konservativ (bedeckt). Bedenken Sie, dass die Bevölkerung während des Genozids 1994 traumatische Erfahrungen gemacht hat, und begegnen Sie den Menschen mit entsprechendem Respekt und Feingefühl. Kritische politische Äusserungen werden nicht geschätzt und sind unter Umständen strafbar.

Medizinische Versorgung

Ausserhalb von Kigali ist die medizinische Versorgung nicht gewährleistet. Krankenhäuser verlangen einen Kostenvorschuss in Bargeld, bevor sie Patienten behandeln. Eigenes Verbandsmaterial und Wegwerfspritzen können sich als nützlich erweisen.
Wenn Sie auf bestimmte Medikamente angewiesen sind, sollte Ihre Reiseapotheke einen ausreichenden Vorrat enthalten. Bedenken Sie jedoch: In vielen Ländern gelten besondere Vorschriften für die Mitnahme von betäubungsmittelhaltigen Medikamenten (z.B. Methadon) und Substanzen, mit denen psychische Erkrankungen behandelt werden. Erkundigen Sie sich gegebenenfalls vor der Abreise direkt bei der zuständigen ausländischen Vertretung (Botschaft oder Konsulat) und konsultieren Sie die Rubrik Reiselinks, wo Sie unter anderem weitere Informationen zu diesem Thema sowie generell zur Reisemedizin finden.
Über die Verbreitung von Krankheiten und mögliche Schutzmassnahmen informieren Ärzte und Impfzentren.

Nützliche Adressen

Notruf Polizei: 112
Zollvorschriften: Rwanda Revenue Authority

Schweizer Vertretungen im Ausland: Wenn Sie im Ausland in eine Notlage geraten, können Sie sich an die nächste schweizer Vertretung oder an die Helpline EDA wenden.
Schweizer Botschaft in Nairobi, Kenia 
Konsularagentur in Kigali 
Helpline EDA

Ausländische Vertretungen in der Schweiz: Auskunft über die Einreisevorschriften (zugelassene Ausweise, Visum etc.) erteilen die zuständigen ausländischen Botschaften und Konsulate. Sie informieren auch über die Zollbestimmungen für die Ein- und Ausfuhr von Tieren und Waren: elektronische Geräte, Souvenirs, Medikamente etc.
Ausländische Vertretungen in der Schweiz

Ausschluss der Haftung
Die Reisehinweise des Eidgenössischen Departements für auswärtige Angelegenheiten (EDA) stützen sich auf eigene, als vertrauenswürdig eingeschätzte Informationsquellen. Sie verstehen sich als nützliche Hinweise zur sorgfältigen Planung einer Reise. Das EDA kann Reisenden aber den Entscheid und die Verantwortung für die Vorbereitung und Durchführung der Reise nicht abnehmen.
Gefahrensituationen sind oft nicht vorhersehbar, unübersichtlich und können sich rasch ändern. Das EDA übernimmt keine Gewähr für die Vollständigkeit der Reisehinweise und für die Richtigkeit des Inhalts von verlinkten externen Internetseiten. Es lehnt jede Haftung für allfällige Schäden im Zusammenhang mit einer Reise ab. Forderungen im Zusammenhang mit der Annullierung einer Reise sind direkt beim Reisebüro oder der Reiseversicherung geltend zu machen.